Gemüse in einer Anzuchtplatte

Gemüse vorziehen - Tipps für die Anzucht von Gurken & Co.

27. Oktober, 2022

Gemüse vorziehen ist mehr als Gartenarbeit. Du erlebst vom Anfang bis zum Ende, wie sich aus Samen Gemüse entwickelt. Das gibt den späteren Gerichten, die auf dem Teller landen, nochmal eine ganz besondere Note.


Wir zeigen dir, welche Gemüsesorten sich am besten für die Anzucht eignen und du bekommst von uns eine Schritt-für-Schritt-Anleitung an die Hand.

Ab wann kannst du dein Gemüse vorziehen?

Der Zeitpunkt der Aussaat ist je nach Sorte unterschiedlich. Da viele Gemüsesorten Kälte schlecht vertragen, werden die Pflanzen auf der Fensterbank oder im Gewächshaus vorgezogen.


Manches Gemüse kannst du bereits im Februar vorziehen. Mit der Aussaat mancher Sorten solltest du später beginnen, da du sie ansonsten mehrmals umtopfen müsstest.


Die folgenden Angaben sind eine Orientierungshilfe für den Zeitpunkt der Vorzucht an einem warmen Standort im Haus oder Gewächshaus:

  • Mitte Februar: Paprika, Chili, Kopfsalat, Kohlrabi, Aubergine
  • Ende Februar: Kohlrabi, Sellerie
  • März: Mangold, Tomaten, Petersilie, Spinat, Lauch, Brokkoli
  • April: Gurken, Zucchini, Kürbis, Grünkohl, Rosenkohl

Hinweis: Rote Bete, Möhren, Bohnen, Radieschen und Erbsen sind für die Vorzucht auf der Fensterbank nicht geeignet. Diese Gemüsesorten werden direkt ins Beet ausgesät.

Es ist nicht zu empfehlen, vor Februar mit der Anzucht anzufangen – auch wenn du gerne früher loslegen möchtest. Die Samen benötigen warme Temperaturen und Feuchtigkeit zum Keimen. Die Keimlinge brauchen für ihr Wachstum nicht nur Wärme, sondern auch Sonnenlicht und letzteres ist im Januar noch nicht ausreichend vorhanden. Das Resultat wäre ein Vergeilen der Jungpflanzen. Das heißt, sie werden zu dünn und zu lang.

Checkliste für die Anzucht - Das benötigst Du!

Beim Saatgut solltest du auf Bioqualität achten. Anzuchterde ist deshalb wichtig, weil sie nährstoffarm ist. In einer nährstoffreichen Erde würden die Wurzeln der Keimlinge zu schnell wachsen. Anzuchterde enthält größtenteils Torf. Der Abbau von Torf ist umweltschädlich, weil er Moore trocken legt. Deshalb empfehlen wir Kokoserde. Sie ist zudem in der Lage, viel Wasser zu speichern. Die Töpfe müssen über ein Abzugsloch verfügen, damit sich keine Staunässe bildet.

Gemüsepflanzen vorziehen – so geht’s

  1. Fülle Anzuchterde in die Töpfe oder Schalen
  2. Streue die Samen über die Erde
  3. Bedecke die Samen mit Erde (je nach Dunkel- oder Lichtkeimer)
  4. Feuchte die Erde an – am besten mit einer Sprühflasche
  5. Decke die Töpfe mit einer transparenten Folie ab
  6. Stelle die Gefäße an einen hellen, warmen Platz auf die Fensterbank
  7. Halte die Erde stets feucht, wobei sie nicht zu nass werden darf.
  8. Sorge für genügend Sauerstoff, indem du die Behälter regelmäßig lüftest.

Tipp: Die Pflänzchen benötigen zwar Wärme, aber Heizungsluft schadet ihnen. Deshalb solltest du den Topf nicht direkt an die Heizung stellen. Zudem ist es hilfreich, auf die Fensterbank eine Unterlage aus Holz oder Styropor zu legen. Sie verhindert, dass die Erde durch das kühle Fensterbrett abkühlt.

Stelle die Anzuchttöpfe an einen kühleren Platz, sobald sich die Keimlinge zeigen. Ansonsten wachsen die Pflanzen zu schnell und werden zu kraftlos und zu lang. Der Ort sollte hell, aber etwas kühler als der auf der Fensterbank sein. Nehme auch die Folie von den Gefäßen ab.

Pikieren und ins Freiland umpflanzen

Wenn sich zwei Blätter an den Keimlingen entwickelt haben, ist es Zeit zum Pikieren. Würdest du die Pflanzen nicht vereinzeln, hätten sie zu wenig Platz, um zu gedeihen und zu wachsen. Das Pikieren muss vorsichtig erfolgen. Deshalb wird in der Regel ein Pikierstab verwendet.


Hier kommst du zu unseren Pflanzstäben!


Mit Hilfe des Stabs oder Stifts hebst du die Jungpflanzen vorsichtig samt Wurzeln aus der Erde heraus und pflanzt sie in größere Töpfe um.


Zunächst benötigen die zarten Pflanzen weiterhin einen warmen, geschützten Platz mit Temperaturen von 17 bis 18 Grad Celsius. Ideal ist ein Standort im Frühbeet oder Wintergarten. Nach den Eisheiligen Mitte Mai kannst du deine Gemüsepflanzen ins Freie umsetzen.

Langsame Eingewöhnung an die frische Luft

Die Gewöhnung ans Freiland sollte auf sanfte Weise erfolgen. Zu große Temperaturschwankungen sowie eine zu starke Sonneneinstrahlung können den jungen Pflanzen schaden. Nach dem Einpflanzen in das Beet im Garten empfiehlt es sich, die Pflanzen mit einem Vlies abzudecken. Gieße in der ersten Zeit mit warmem Wasser.

Weitere Tipps für die Anzucht

  • Bei Gemüse wie Rote Bete, Radieschen oder Möhren erntest du die Wurzeln. Da sie unter der Erde heranreifen, sind sie weniger empfindlich gegen Temperaturschwankungen. Deshalb kannst du diese Gemüsepflanzen direkt in Kästen statt in kleine Anzuchtschalen säen.
  • Wenn du die Jungpflanzen pikierst, musst du sie anschließend in normale Gemüseerde pflanzen. Nun brauchen sie mehr Nährstoffe zum Wachsen.
  • Die Erde muss immer feucht gehalten werden. Sie darf jedoch nicht zu nass sein, sonst würde sich schnell Schimmel bilden. Das Gießen der zarten Keimlinge funktioniert mit einer Sprühflasche besser als mit einer Gießkanne.
  • Die Temperatur im Gewächshaus oder in der Wohnung sollte maximal 18 Grad Celsius betragen. 20 Grad sind schon zu warm. Aus diesem Grund ist es ratsam, die Anzuchttöpfe nicht ins Wohnzimmer, sondern an einen unbeheizten, hellen Ort im Flur oder ins Badezimmer zu stellen.
  • Beschrifte die einzelnen Behälter, damit du weißt, was in welchem Topf heranwächst. Mit unseren Pflanzenschildern gelingt dir das ganz einfach.

Licht- oder Dunkelkeimer?

Auch das musst du bei der Vorzucht beachten. Manche Pflanzen gehören zu den Lichtkeimern und andere zu den Dunkelkeimern. Lichtkeimer benötigen zum Keimen Licht. Deshalb darf das Saatgut nur mit einer dünnen Schicht Erde bedeckt sein. Dagegen musst du die Samen von Dunkelkeimern tiefer in die Erde stecken.

Lichtkeimer sind unter anderem Möhren, Tomaten, Sellerie und Kopfsalat. Zu den Dunkelkeimern zählen beispielsweise Radieschen, Rote Bete, Paprika, Chili, Auberginen, Bohnen, Erbsen, Kürbisse, Zucchini und Gurken.

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